Worauf es bei Webdesign wirklich ankommt



So, jetzt mal Hosen runter! Ganz ehrlich, worauf kommt es bei Webdesign denn am Ende wirklich an? Es geht hier nicht um private Projekte oder um ein außergewöhnliches, originelles Designexperiment. Es geht um die Projekte, die uns als Webdesigner und auch dem Kunden messbaren Erfolg bringen.

Es geht am Ende um einen der ältesten Werte der Menschheit, es geht um Vertrauen. Es geht darum, den Besucher der Website glauben zu lassen, dass es momentan keine bessere Site im Web gäbe. Und das kann man nach einigem Überlegen tatsächlich verallgemeinern. Vertrauen muss eben nicht nur im klassischen E-Commerce erzeugt werden, sondern eben auch, wenn man mit einer Website Kontakte generieren will, wenn man Meinung machen möchte oder sich selbst präsentiert (was uns wieder zu den Kontakten führt).

Warum Vertrauen so wichtig ist
Oftmals wird behauptet, die Website sei eine digitale Visitenkarte. Falsch! Sie ist so viel mehr! Die Website eines Unternehmens ist ein Vertreter im Außendienst, die Website eines Online-Shops ist der Verkäufer und die Website eines Freelancers ist er selbst in Digital. Sie vertritt dich und dein Produkt im Web, sie ebnet den Weg des Kunden oder Users zu deinem eigentlichem Anliegen, also dem Verkauf deines Produkts, deiner Dienstleistung, deiner Meinung oder was auch immer du mit deiner Website erreichen möchtest. Wenn der Besucher beim Aufruf deiner Website nicht den Eindruck gewinnt, dass er bei dir richtig ist, dann wird er den Browser schließen und zur Konkurrenz gehen. Würdest du dein Geld einem Finanzberater anvertrauen, der ungepflegt und mit Alkoholfahne zu einem Kundentermin erscheint? Natürlich nicht, weil du ihm eben nicht vertraust.

Versteht mich nicht falsch, Vertrauen aufzubauen ist nicht das Allheilmittel für eine erfolgreiche Website, dafür muss so viel mehr stimmen. Natürlich muss es eine Zielgruppe geben und das Produkt entsprechend gut sein. Aber der Vertrauensaufbau ist der erste wichtige Schritt dahin, dass sich der Besucher eingehender mit dem Inhalt deiner Website beschäftigt. Was nützt dir das genialste Produkt, wenn deine User sich nicht einmal damit beschäftigen, weil sie schon vorher abspringen?

Wie erzeugt man Vertrauen?
Es irritiert mich immer wieder. Wer ein bisschen darüber nachdenkt, der merkt sehr schnell, wie wichtig Vertrauensbildung im Web ist und trotzdem werden so viele Fehler begangen. Dabei lässt sich die Antwort in einem Wort zusammenfassen: Professionalität. Wer eine professionelle Website hat, ohne offensichtliche Fehler, der ist glaubwürdig. Es geht nicht darum das revolutionärste Design oder die modernste Technik zu haben. Hier müssen wir Webdesigner uns vielleicht auch etwas häufiger eine andere Sicht angewöhnen: wie muss eine Website konzipiert und gestaltet sein, damit sie vertrauenswürdig aussieht. Es geht dabei übrigens nicht darum sich professioneller zu verkaufen, als man im Kern selbst ist, vielmehr geht es darum authentisch zu sein und alle Regeln der Gestaltung konsequent gut umzusetzen. So wie sich viele für ein Vorstellungsgespräch oder einen Kundentermin “gut” anziehen und eben einmal mehr im Spiegel kontrollieren, genau so solltest du als Herausgeber deine Website kontrollieren.

Negativbeispiele
Im folgenden Negativbeispiele. Es geht mir nicht darum, Kollegen bloßzustellen und sicher mache ich auch nicht immer alles richtig. Es soll vielmehr zeigen, auf welche Bandbreite an Faktoren man achten kann und eigentlich auch muss. Oftmals sind es Dinge, die gar nicht als “Fehler” auffallen sondern vielleicht einfach nur unglücklich sind.


Der Totalausfall: Websites mit HTML-Farbangaben als einziges Gestaltungsmittel und noch dazu in Orange, Rot und Blau, das hat man vor 15 Jahren so gemacht. Selbst mit Baukästen bekommt man heute bessere Ergebnisse hin.


CSS Fehler, die zugegebener Maßen vielleicht nur einer Gestalter bewusst ins Auge fallen. Aber unterbewusst fallen die fehlerhaft ausgerichteten Links natürlich auch Benutzern auf, die nicht direkt das Auge eines Gestalters haben.


Inkonsequentes Design: Die “mehr” Buttons sind jeweils nicht verklinkt – es entsteht der Eindruck, dass es sich um ein vorgefertigtes Template handelt. Und das auf der Website einer Agentur.



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